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Digitale Transformation in der Tourismusbranche

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Die Klassenzimmer sind leer, die Autobahnen voll, Tageszeitungen beschäftigen sich mit Nebensächlichkeiten und im Fernsehen laufen Wiederholungen: Deutschland befindet sich in den Sommerferien. Während Schülerinnen und Schüler ihre scheinbar grenzenlose Freizeit genießen, sitzen Studierende bis abends im sonnigen Park und plagen sich mit dem Gedanken, dass sie eigentlich für die anstehenden Klausuren lernen müssten. Doch es gibt etwas, auf das sich alle gleichermaßen freuen: den gemeinsamen Urlaub.

In den Sommerferien hat die Tourismusbranche Hochkonjunktur, eine Tradition, an der sich seit dem Tourismusboom der 1950er Jahre nicht viel geändert hat. Die alljährliche Flucht in südlichere Gefilde wie Griechenland, Italien und allen voran Spanien gehört ebenso zur deutschen Kultur wie Goethe oder Schiller.

Dennoch hat die Tourismusbranche in den vergangenen Jahren eine bedeutende Entwicklung durchgemacht, die bis heute anhält, denn die Digitale Transformation macht auch vor dem wohlverdienten Urlaub nicht Halt.

Das digitale Reisebüro

Wer etwas älteren Jahrganges ist, kennt sie vielleicht noch, diese kleinen Ladenlokale in der Innenstadt, deren Fenster beinahe vollständig mit bunten Plakaten zugeklebt sind, auf denen grüne Palmen, weißer Sand und große rote Zahlen zu sehen sind. Wer aufmerksam ist, kann sie auch heute noch hin und wieder in der Fußgängerzone zwischen Handyshops und Burgerläden entdecken.

Von innen gesehen haben sie in den letzten Jahren allerdings wohl die wenigsten, denn heutzutage befindet sich das Reisebüro häufig in der Hosentasche. Statt im Alltours- oder TUI-Katalog wird auf dem Smartphone nach den besten Angeboten gesucht, ohne dabei auf die Hilfe von erfahrenen Fachleuten angewiesen zu sein - den unzähligen Vergleichs- und Bewertungsportalen sei Dank.

Statt der freundlichen Reisebüromitarbeiterin liefern nun Algorithmen die passenden Hotels, die günstigsten Flüge und die schnellste Reiseroute. Die digitale Transformation hat den Tourismus also bereits voll im Griff. Die meisten großen Reiseveranstalter haben dabei schnell genug reagiert und ihr Angebot online verfügbar gemacht. Hinzu kamen gänzlich neue Konzepte wie z.B. Airbnb, die jeden, der ein freies Zimmer hat, zum Hotelier machen.

Die Digitale Transformation in der Tourismusbranche ist allerdings keineswegs abgeschlossen. Permanent werden die Algorithmen zur Suche nach Angeboten oder zum Schalten von personalisierter Werbung verbessert. Im analogen Zeitalter begann alles mit dem obligatorischen Gang zum Reisebüro, das Wunschziel wurde angegeben und man bekam ein paar passende Angebote, aus denen dann eines ausgewählt wurde.

Potenzielle Kunden werden heute subtil an Angebote herangeführt und haben die Möglichkeit, auf eine komfortable Art ihren ganz persönlichen Urlaub zu planen. Der Weg in den Urlaub kann heute z.B. auf Facebook beginnen. Aus Langeweile scrollt man durch die Timeline und bleibt bei einem interessant klingenden Post eines Reiseblogs hängen.

Der lebhafte Reisebericht berichtet von der einzigartigen Schönheit des nördlichen Mallorcas und macht Lust darauf, die Schönheit der Balearen selbst zu erkunden, und da das alles nach einer persönlichen Empfehlung und nicht nach Werbung klingt, wird nur allzu gern auf den bereitgestellten Link geklickt, der auf eines der bekannten Reiseportale führt. Kurze Zeit später ist nicht nur ein Hotelzimmer, sondern auch der Hin- und Rückflug, der Mietwagen und die Reiserrücktrittsversicherung gebucht.

Der virtuelle Rundgang durchs Hotel

Die Digitale Transformation hat nicht nur Einfluss darauf, wie eine Reise gebucht wird, sie ändert auch die Vorstellungen von und Ansprüche an den Urlaub. Wer früher eine Reise buchte, musste sich auf die Ehrlichkeit des Reisebüros verlassen. Als Hilfe dienten dabei ein oder zwei kleine Bilder im Katalog, von denen das eine die Hotelanlage zeigte und das andere einen leeren, idyllischen Strand, der laut Katalog "fußläufig" erreichbar ist (übersetzt bedeutete dies häufig einen 30-minütigen Fußmarsch mit kiloweise Strandgepäck, nur um an einem völlig überfüllten Strand anzukommen).

Wenn die Bilder auch nur halbwegs der Realität entsprachen, konnte man mehr als zufrieden sein. Mittlerweile tritt niemand mehr eine Reise an, ohne ausgiebig diverse Bewertungsportale studiert zu haben. Die TripAdvisor-App gehört genauso zum Gepäck eines Touristen wie der Sonnenhut oder die Badehose.

Bevor auch nur ein Fuß auf den Boden eines Flughafens gesetzt wird, wissen Touristen heute bereits, wie das Hotel aussieht, was der Speiseplan des Buffets hergibt, wo der schönste, verlassenste Strand zu finden ist und in welchem pittoresken Ort die besten Souvenirs zu ergattern sind.

Die Tourismusbranche macht sich diese digitalen Möglichkeiten zunutze. Sie erlaubt den Zugriff auf unzählige Angebote und vermittelt das Gefühl, selbst darüber zu entscheiden, wie der Urlaub aussieht und nicht "die Katze im Sack zu kaufen". Geschickt versorgen Algorithmen Reisewillige mit Hotelzimmern oder Ferienhäusern, und durch die umfassenden Beschreibungen entstehen Bilder in den Köpfen, die Sehnsüchte wecken.

Zudem jagt im Rahmen der Digitalen Transformation eine Innovation die nächste. Mittlerweile muss man sich auch nicht mehr nur auf ein paar Fotos verlassen. Längst bieten einige Hotels und Reiseveranstalter komplette, virtuelle Rundgänge durch ihre Anlagen an. Wer über eine VR-Brille verfügt, kann dies sogar außerhalb des Browserfensters genießen und vollends in die Urlaubswelt eintauchen.

Mit der Verbreitung von Smartphones und immer günstiger werdenden Virtual Reality Lösungen ist damit zu rechnen, dass immer mehr Anbieter diesen Service nutzen werden, um ihren Kunden ein möglichst perfektes Bild ihrer Urlaubsangebote liefern zu können.

Urlaub bleibt trotz Digitaler Transformation analog

Die digitale Transformation hat also die Tourismusbranche massiv beeinflusst. Und es entstehen immer neue Möglichkeiten, den nächsten Urlaub digital zu planen, ohne das heimische Wohnzimmer verlassen zu müssen. Von der Werbung über die Planung bis hin zur Buchung läuft heute der gesamte Vertrieb einer Urlaubsreise digital ab. Die Urlaubsreise selbst und die Entspannung dabei bleiben aber wohl auch in Zukunft nur in physischer Form erlebbar.


© www.vawi.de   Montag, 23. Juli 2018 08:49 vawi
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