Sandra Nickol

Tel. 0951 - 863 2659

Bitte beachten Sie, dass wir uns teilweise im Homeoffice befinden und in der Regel am besten per E-Mail zu erreichen sind. Gerne rufen wir Sie zurück.

Email: bamberg@vawi.de

Studiengangmanagement Bamberg
Universität Bamberg | Studiencenter VAWi

An der Weberei 5
96047 Bamberg  


Universität Bamberg

Virtueller Weiterbildungsstudiengang Wirtschaftsinformatik (VAWi)
Fakultät für Wirtschaftsinformatik und Angewandte Informatik

An der Weberei 5
96047 Bamberg
* Pflichtfeld
Weichelt

Dr. Thomas Weichelt

Tel. 0201 - 183 3001

Bitte beachten Sie, dass wir uns teilweise im Homeoffice befinden und in der Regel am besten per E-Mail zu erreichen sind. Gerne rufen wir Sie zurück.

Email: essen@vawi.de

Studiengangmanagement Essen
Universität Duisburg-Essen | Studiencenter VAWi

Universitätsstraße 9
45141 Essen


Universität Duisburg-Essen

Virtueller Weiterbildungsstudiengang Wirtschaftsinformatik (VAWi)
Fakultät für Wirtschaftswissenschaften

Universitätsstraße 9
45141 Essen
* Pflichtfeld

Vibe Learning: Wie KI das Lernen verändert

news digitalisierung.png

Lernen mit KI – persönlicher, interaktiver und flexibler?

Kurze Antwort: ja – zumindest kann Künstliche Intelligenz das Lernen deutlich interaktiver und individueller machen. Ein neuer Begriff beschreibt diesen Ansatz: Vibe Learning. Gemeint ist eine Form des Lernens, bei der Lernende gemeinsam mit einer KI ein Thema erkunden, Fragen stellen, Zusammenhänge herstellen und Inhalte unmittelbar ausprobieren.

Junge Frau arbeitet mit Laptop und Notizbuch, während ein leuchtender KI-Assistent sie beim Lernen und Entwickeln von Ideen unterstützt.

Der Begriff orientiert sich am sogenannten „Vibe Coding“, bei dem Menschen mithilfe von KI Software entwickeln, ohne jeden einzelnen Programmierschritt selbst schreiben zu müssen. Beim Vibe Learning steht dagegen nicht das Programmieren, sondern der individuelle Lernprozess im Mittelpunkt.

Für Studierende und Berufstätige ist das besonders interessant: Lernen kann stärker an den eigenen Wissensstand, die persönlichen Fragen und die verfügbare Zeit angepasst werden.

Was ist Vibe Learning?

Vibe Learning ist kein klassisches Lernmodell und auch keine festgelegte Methode. Vielmehr beschreibt der Begriff einen Ansatz, bei dem KI als interaktiver Lernbegleiter eingesetzt wird. Statt beispielsweise ein Kapitel vollständig durchzuarbeiten und anschließend Aufgaben zu lösen, kann ein Lernprozess mit einer konkreten Frage beginnen:

„Ich möchte verstehen, wie neuronale Netze funktionieren. Erkläre es mir zunächst anhand eines einfachen Beispiels.“

Darauf kann die KI eingehen, Rückfragen beantworten, weitere Beispiele liefern oder das Niveau der Erklärung verändern. Der Lernende bestimmt dabei weitgehend selbst, in welche Richtung sich das Gespräch entwickelt. Das Lernen wird dadurch stärker zu einem Dialog. Man liest nicht nur Informationen, sondern fragt nach, probiert aus, lässt sich Zusammenhänge erklären und entwickelt aus einer Frage die nächste.

Warum fühlt sich Vibe Learning anders an?

Klassisches Lernen folgt häufig einer vorgegebenen Struktur: Lernmaterial lesen, Inhalte verstehen, Aufgaben bearbeiten und anschließend das Wissen überprüfen. Vibe Learning setzt früher an – nämlich bei der Neugier.

Wer beispielsweise während des Lernens eine Frage hat, muss nicht warten, bis das Thema im nächsten Kapitel behandelt wird. Die Frage kann unmittelbar gestellt werden. Wer etwas bereits verstanden hat, kann schneller zum nächsten Thema wechseln. Wer Schwierigkeiten hat, kann sich einen Sachverhalt auf einem anderen Niveau oder mit einem anderen Beispiel erklären lassen. Dadurch entsteht ein Lernprozess, der stärker auf die jeweilige Person zugeschnitten ist.

Ein wichtiger Bestandteil ist dabei das schnelle Erfolgserlebnis: Die Lernenden können bereits nach wenigen Fragen eine erste Vorstellung von einem Thema entwickeln und anschließend immer tiefer einsteigen. Genau diese Kombination aus Neugier, Dialog und unmittelbarem Ausprobieren wird häufig mit Vibe Learning verbunden.

Wie funktioniert Vibe Learning in der Praxis?

Ein typischer Lernprozess könnte beispielsweise so aussehen:

  1. Eine Frage stellen: Der Lernende beginnt mit einem konkreten Interesse oder einem Problem.
  2. Mit der KI ins Gespräch kommen: Die KI erklärt den Sachverhalt und reagiert auf Rückfragen.
  3. Zusammenhänge erkunden: Statt nur eine Antwort zu erhalten, können weitere Fragen gestellt werden: „Warum ist das so?“, „Was passiert, wenn…?“ oder „Kannst du mir dafür ein Beispiel aus der Wirtschaft geben?“
  4. Wissen anwenden: Die KI kann anschließend Aufgaben, Fallbeispiele oder kleine Übungen erstellen.
  5. Das eigene Verständnis überprüfen: Der Lernende kann sich beispielsweise abfragen lassen oder versuchen, einen Sachverhalt selbst zu erklären.
  6. Vertiefen: Erst wenn die Grundlagen sitzen, geht es in komplexere Bereiche.

Der entscheidende Unterschied liegt darin, dass die Reihenfolge nicht vollständig vorgegeben sein muss. Die eigene Neugier kann den Lernprozess steuern.

Vibe Learning und ein berufsbegleitendes Studium

Gerade für Berufstätige kann dieser Ansatz interessant sein. Ein berufsbegleitendes Studium muss sich schließlich in einen Alltag integrieren lassen, der nicht jeden Tag gleich aussieht. Nicht immer steht eine komplette Lernstunde zur Verfügung. Manchmal sind es 20 Minuten am Abend, manchmal eine längere Lernphase am Wochenende. KI kann dabei helfen, auch kurze Zeitfenster sinnvoll zu nutzen.

Wer beispielsweise unterwegs über ein Thema aus einem Modul nachdenkt, kann sich eine konkrete Frage notieren und später mit einer KI weiterbearbeiten. Aus einer einzelnen Frage kann so eine kleine individuelle Lerneinheit entstehen. Das ersetzt kein strukturiertes Studium. Es kann aber eine zusätzliche Möglichkeit sein, zwischen den regulären Lernphasen weiterzulernen. Gerade in einem berufsbegleitenden Fernstudium, in dem Selbstorganisation eine wichtige Rolle spielt, kann diese Flexibilität hilfreich sein.

Ein Beispiel aus der Wirtschaftsinformatik

Nehmen wir an, eine Studierende beschäftigt sich mit Datenbanken und hat Schwierigkeiten, den Unterschied zwischen einer relationalen Datenbank und einer NoSQL-Datenbank zu verstehen. Statt lediglich eine Definition zu lesen, könnte sie die KI bitten:

„Erkläre mir den Unterschied anhand eines Online-Shops.“ Anschließend könnte sie nachfragen: „Welche Daten würden sich in diesem Beispiel für eine relationale Datenbank eignen?“ Danach: „Wann wäre eine NoSQL-Datenbank sinnvoller?“ Und schließlich: „Gib mir einen kleinen Fall und lass mich selbst entscheiden, welche Datenbank ich verwenden würde.“

Aus einer einzelnen Verständnisfrage entsteht damit ein interaktiver Lernprozess. Die KI liefert nicht nur Informationen. Sie kann unterschiedliche Perspektiven einnehmen, Beispiele entwickeln, Fragen stellen und das eigene Verständnis herausfordern.

Vibe Learning bedeutet nicht: Die KI macht das Lernen für mich

Genau hier liegt allerdings eine wichtige Grenze. Eine ausführliche Antwort der KI zu lesen bedeutet noch nicht automatisch, dass der Inhalt verstanden oder dauerhaft gelernt wurde. Vibe Learning funktioniert deshalb nicht nach dem Prinzip:

Frage stellen → Antwort lesen → Thema erledigt.

Entscheidend ist die aktive Auseinandersetzung mit dem Inhalt. Wer beispielsweise eine KI bittet, eine komplette Klausuraufgabe zu lösen, erhält möglicherweise eine perfekte Lösung – hat dadurch aber selbst wenig gelernt. Sinnvoller kann es sein, sich zunächst Hinweise geben zu lassen und die Aufgabe anschließend selbst zu lösen. Die KI sollte deshalb nicht zum Ersatz für eigenes Denken, sondern zum Werkzeug für das eigene Denken werden.

Die Risiken des Lernens mit KI

So interessant Vibe Learning ist, so wichtig ist ein kritischer Umgang mit den Ergebnissen. KI-Systeme können Fehler machen, Zusammenhänge falsch darstellen oder überzeugend klingende, aber unzutreffende Informationen liefern. Gerade beim Lernen ist das problematisch: Ein Fehler, den man für richtig hält, kann sich schnell im eigenen Wissen verankern.

Hinzu kommt eine weitere Gefahr: zu wenig geistige Anstrengung. Wenn die KI jede Erklärung liefert, jede Aufgabe löst und jede Zusammenfassung erstellt, kann der Lernprozess zwar angenehm sein – aber möglicherweise zu oberflächlich bleiben. Auch der Austausch mit anderen Menschen darf nicht verloren gehen. Lernen findet nicht ausschließlich zwischen Mensch und Maschine statt. Deshalb gehören zum Vibe Learning auch Fragen wie:

  • Ist diese Information tatsächlich richtig?
  • Kann ich den Zusammenhang selbst erklären?
  • Welche anderen Quellen bestätigen die Aussage?
  • Habe ich das Problem wirklich verstanden – oder nur die Erklärung der KI?
  • Kann ich das Wissen ohne Unterstützung anwenden?

Vibe Learning ist kein Ersatz für ein Studium

Ein strukturiertes Studium vermittelt mehr als einzelne Antworten auf Fragen. Es geht um wissenschaftliche Methoden, systematische Wissensvermittlung, den Austausch mit anderen, die kritische Auseinandersetzung mit Quellen und die Fähigkeit, komplexe Probleme eigenständig zu bearbeiten. Vibe Learning kann diese Prozesse ergänzen, aber nicht vollständig ersetzen.

Gerade darin liegt sein Potenzial: KI muss nicht an die Stelle bestehender Lernformen treten. Sie kann eine zusätzliche Ebene schaffen. Ein Lehrbuch kann die Grundlagen vermitteln. Eine Vorlesung kann Zusammenhänge erläutern. Eine Lerngruppe kann unterschiedliche Perspektiven einbringen. Eine Aufgabe kann die Anwendung des Wissens trainieren. Und eine KI kann dazwischen als individueller Gesprächspartner zur Verfügung stehen.

Wie können Studierende Vibe Learning sinnvoll nutzen?

Wer Vibe Learning ausprobieren möchte, muss keinen komplizierten Lernplan entwickeln. Ein paar einfache Regeln können bereits helfen:

  • Mit konkreten Fragen starten: Je konkreter die Ausgangsfrage, desto leichter lässt sich ein sinnvoller Dialog entwickeln.
  • Die KI nicht alles erklären lassen: Manchmal ist es besser, zunächst selbst über eine Aufgabe nachzudenken und erst anschließend Unterstützung zu holen.
  • Rückfragen stellen: „Warum?“ und „Wie kommst du darauf?“ sind häufig wertvoller als die nächste Zusammenfassung.
  • Sich selbst testen lassen: Statt nur Antworten zu lesen, kann die KI Fragen oder kleine Fallbeispiele stellen.
  • Ergebnisse überprüfen: Insbesondere bei wissenschaftlichen oder fachlich relevanten Themen sollten Informationen mit seriösen Quellen abgeglichen werden.
  • Das eigene Wissen formulieren: Wer einen Sachverhalt selbst erklären kann, erkennt meist besser, ob er ihn tatsächlich verstanden hat.

Was bedeutet Vibe Learning für die Zukunft des Lernens?

Vibe Learning zeigt vor allem, wie sich die Rolle von KI im Bildungsbereich verändern könnte. KI wird nicht mehr nur genutzt, um Texte zusammenzufassen oder Fragen zu beantworten. Sie kann zunehmend zu einem individuellen Lernpartner werden, der sich an Vorwissen, Lerntempo und Interessen anpasst. Damit verändert sich auch die Frage, wie Lernen organisiert wird.

Vielleicht geht es künftig weniger darum, allen Lernenden exakt dieselben Inhalte in exakt derselben Reihenfolge bereitzustellen. Stattdessen könnten strukturierte Lernangebote und individuelle KI-gestützte Lernprozesse stärker miteinander verbunden werden.

Für die Wirtschaftsinformatik ist diese Entwicklung besonders interessant. Schließlich beschäftigt sich das Fach selbst mit der Schnittstelle zwischen Mensch, Organisation und Technologie. Wer Wirtschaftsinformatik studiert, lernt daher nicht nur, neue Technologien zu verstehen, sondern auch, deren Einsatz kritisch zu beurteilen und sinnvoll in bestehende Prozesse zu integrieren.

Fazit

Vibe Learning steht für eine neue Art, mit KI zu lernen: dialogorientiert, individuell und neugiergetrieben. Statt ausschließlich vorgegebene Lernmaterialien abzuarbeiten, können Lernende mit einer KI Fragen entwickeln, Zusammenhänge erkunden, Beispiele ausprobieren und ihr Wissen direkt überprüfen. Das macht Lernen möglicherweise leichter zugänglich und flexibler – insbesondere für Menschen, die Studium, Beruf und andere Verpflichtungen miteinander verbinden.

Gleichzeitig bleibt eine wichtige Erkenntnis: Ein gutes Gefühl beim Lernen ist noch kein Beweis für Lernerfolg. Entscheidend ist, ob aus dem Dialog mit der KI tatsächlich eigenes Wissen und die Fähigkeit zur selbstständigen Anwendung entstehen.

Vibe Learning sollte deshalb nicht bedeuten, weniger selbst zu denken. Im besten Fall bedeutet es genau das Gegenteil: mehr Fragen zu stellen, mehr auszuprobieren und sich intensiver mit einem Thema auseinanderzusetzen.


FAQ

Was ist Vibe Learning?

Vibe Learning bezeichnet einen KI-gestützten Lernansatz, bei dem Lernende Themen gemeinsam mit einer KI explorativ erschließen. Die KI kann dabei beispielsweise als Lernbegleiter, Erklärer, Sparringspartner oder Tutor eingesetzt werden.

Ist Vibe Learning eine neue Lernmethode?

Nicht im klassischen Sinne. Vibe Learning wird eher als Denkrahmen oder Ansatz verstanden als als fest definiertes didaktisches Modell. Der Begriff ist vom Vibe Coding inspiriert.

Welche Vorteile bietet Vibe Learning?

Zu den möglichen Vorteilen gehören ein individueller Lernprozess, unmittelbares Feedback, flexible Lernzeiten und die Möglichkeit, Inhalte entsprechend dem eigenen Vorwissen und den eigenen Fragen zu erkunden.

Kann Vibe Learning ein Studium ersetzen?

Nein. Ein Studium vermittelt systematisch Fachwissen, wissenschaftliche Methoden und die Fähigkeit zur selbstständigen Problemlösung. Vibe Learning kann solche Lernprozesse ergänzen, ersetzt sie aber nicht.

Welche KI-Tools eignen sich für Vibe Learning?

Grundsätzlich können verschiedene generative KI-Systeme als Lernbegleiter eingesetzt werden. Entscheidend ist weniger das konkrete Tool als die Art und Weise, wie es genutzt wird: Fragen stellen, nachhaken, selbst lösen, reflektieren und Ergebnisse überprüfen.

Ist Lernen mit KI zuverlässig?

Nicht automatisch. KI-Systeme können Fehler enthalten oder Informationen falsch darstellen. Deshalb sollten insbesondere wissenschaftlich relevante Inhalte kritisch geprüft und bei Bedarf anhand zuverlässiger Quellen verifiziert werden.

Ist Vibe Learning für ein berufsbegleitendes Studium geeignet?

Ja, insbesondere als Ergänzung. Kurze Gespräche mit einer KI können beispielsweise genutzt werden, um Verständnisfragen zu klären, Inhalte zu wiederholen oder sich auf eine längere Lernphase vorzubereiten. Ein flexibles Fernstudium kann solche individuellen Lernformen besonders gut ergänzen.



© www.vawi.de   Thursday, September 3, 2026 1:30 PM vawi
© 2026 VAWi, Alle Rechte vorbehalten. Impressum | Datenschutz Anmelden